Das Jahr „1“ nach Nils

Wie schon vor längerer Zeit angekündigt, beendete Nils Hagemann nach der letzten Saison seine langjährige Tätigkeit als Spielertrainer bei den Boisheimer Handballmännern. Manche Spieler hatte er schon seit ihrer Jugendzeit unter seinen Fittichen gehabt. 

Gleichzeitig trat er auch als Chef der Handballmännerabteilung zurück, in der Führungsetage bleibt er dem Verein als stellvertretender Vorsitzender aber erhalten. Außerdem kümmert er sich um eine neue Ballgewöhnungsgruppe, aus der sich mal der Handballnachwuchs des TVB rekrutieren soll.

In Simon Borg fand man ziemlich schnell einen neuen Abteilungsleiter für die Handballmänner. Wie erwartet gestaltete sich die Suche nach einem neuen Trainer viel schwieriger. Es wurden einige Kandidaten intensiv kontaktiert, aber bis zum Beginn der Vorbereitung auf die neue Spielzeit blieb die Suche ergebnislos. Deshalb erklärten sich der nach der vergangenen Saison zurückgetretene Ex-Spieler Jonas Hilgers und Spielmacher Lars Brandenburg (früher SG Dülken) bereit, die Vorbereitung zu übernehmen.

Seit Saisonbeginn fungieren sie auch als Trainer bis eine definitive Lösung gefunden wird. Unterstützt werden sie in der Trainingsarbeit und bei der Betreuung der 1. Mannschaft und 2. Mannschaft während der Spiele durch weitere Mitspieler. 

Die neue Spielzeit begann leider recht ernüchternd. Nach einer hohen Auswärtsniederlage in Osterath (27:37) konnte auch das erste Heimspiel gegen SSV Gartenstadt nicht gewonnen werden. In der 54.Spielminute lagen die Boisheimer mit sieben Toren zurück, ehe sie in einer tollen Aufholjagd auf drei Tore herankamen. Aber am Ende stand trotzdem eine 24:28 Niederlage.

Nachdem man bei Welfia Mönchengladbach nach einer hart umkämpften Begegnung mit 28:27 den ersten Sieg eingefahren hatten, folgten zwei überzeugende Heimsiege gegen HSV Rheydt II (34:23) und TD Lank II (29:23). Das Team schien sich endlich gefunden zu haben, die Keeper Fabian Holt und Rico Mühlenbruch glänzten mit sehr guten Leistungen hinter einer stabilen Abwehr und am Torsegen waren alle Spieler fast in gleichem Maße beteiligt. Nun begann aber das Verletzungspech. Nachdem Kai Ebus schon seit Saisonbeginn ausgefallen war, gab es langwierige Verletzungen bei Aufbauspieler Lars Brandenburg und dem wendigen Rückraumass Janek Mund. Philipp Klöfers fehlte wegen Hüftproblemen längere Zeit und auch Adrian Fegers, Jonas Nothofer, Timo Lommen und Olli Cohn fielen zeitweise aus. 

So gingen sechs Spiele nacheinander verloren. Mit einem Rumpfteam konnte man die Niederlage beim Spitzenreiter ASV Rurtal mit 20:26 im Rahmen halten. Bei der bis dahin ungeschlagenen Dritten von Adler Königshof lag die Mannschaft bis zur 39. Minute sogar mit sieben Toren (18:11) in Führung, ehe die Kraft nachließ und man sich in einer turbulenten Endphase knapp mit 23:24 geschlagen geben musste.

Nach einer desolaten Leistung bei der 19:27-Heimspielniederlage gegen TV Anrath II ging die Formkurve wieder bergauf und die Boisheimer waren sowohl in Vorst II, als (31:35) als auch gegen den Turnklub Krefeld (20:24) und bei der SG Fischeln/Hüls (22:25) bis in die jeweiligen Schlussphasen gleichwertig. Gegen Spielende scheiterten die TVB-Angreifer jedoch immer an der mangelhaften Chancenverwertung.

Nach einem Pflichtsieg mit 31:19 im Pokalspiel gegen den B-Ligisten TuS St.Hubert gab es auch in der Meisterschaftsrunde endlich den ersehnten vierten Saisonsieg. Der Tabellenfünfte TV Korschenbroich II wurde nach einer überzeugenden Mannschaftsleistung mit 28:23 besiegt.

Obwohl das Boisheimer Team kurz vor Ende der Hinrunde in der Bezirksoberliga mit 8:16 Punkten nur auf Rang 12 liegt, bleibt nach den guten Leistungen der letzten Wochen zu hoffen, dass die Mannschaft sich in der Rückrunde weiter stabilisieren kann und von weiteren Verletzungen verschont bleibt. Dann könnte der Verbleib in der Liga noch gesichert werden. Nach augenblicklichem Stand müsste dafür der 6. Platz erreicht werden. Da die Handballverbände Niederrhein und Mittelrhein die Verschmelzung zum Handball-Nordrhein e.V. im Juli 2023 beschlossen haben und sich dadurch zur kommenden Saison die Ligenstruktur grundlegend ändern wird, kommt es nämlich zu einem vermehrten Abstieg und es dürfte erst am letzten Spieltag feststehen, welcher Tabellenplatz wirklich zum Verbleib reichen wird.

von Werner van Kessel